Veröffentlicht am

Wie wir den Avocado-Pflücker kennengelernt haben!

Es begann mit unserer Liebe zu guten Früchten, Avocados und anderen Produkten in Rohkostqualität.

                                Avocado Hass

2017 hatten wir unseren ersten langen Aufenthalt im Süden Spaniens. Zu dieser Jahreszeit – im Frühjahr – wuchsen vor allem Cherimoyas, Papayas, Bananen und Avocados.

Wir haben auf einer biologisch arbeitenden Avocado-Finca gewohnt und gearbeitet. Beim biologisch arbeitenden Nachbarn durften wir Cherimoyas vom Boden aufsammeln. Sie haben himmlisch geschmeckt. In einer ebenso guten Qualität haben wir die Avocados bekommen. Ich selbst mochte Avocados bis dahin nicht, weil ich in Deutschland keine Avocados mit einem vergleichbar guten Geschmack gefunden hatte.

So wurde die Idee ins Leben gerufen, diese und andere Produkte direkt aus Spanien nach Deutschland zu importieren. Zum Start haben wir die Teilnehmer auf einem Rohkostcamp mit den Früchten versorgt. Anschließend haben wir auf dem Wochenmarkt ebenfalls unsere importierten Früchte verkauft. Der Anfang war sehr mühsam aber es hat viel Spaß gemacht. Die Käufer auf dem Wochenmarkt haben die Qualität sehr geschätzt. So sind es nach und nach immer mehr Stammkunden geworden, die bei uns kaufen.

Avocado Pflücker

Wir sind dann im Frühjahr dieses Jahrs wieder für ein paar Monate nach Spanien gefahren, um weitere Kontakte zu Kleinbauern zu knüpfen. Auf einer Bio Avocado-Finca waren wir bei der Ernte dabei und haben den Avocado-Pflücker kennengelernt. Der Avocado-Pflücker sieht aus wie ein Apfelpflücker, also ein Teleskopstab mit Beutel am oberen Ende. Am oberen Beutelrand ist ein kleines scharfes Messer. Dieses Messer schneidet den Stengel ganz leicht durch und die Avocado plumpst in den Beutel. Im Frühjahr sind eigentlich kaum mehr Avocados in Spanien an den Bäumen. Die Großbauern ernten spätestens im Februar alles ab, damit die neue Avocadoblüte schnell wieder beginnt. Außerdem fallen zunehmend Avocados herunter, wenn sie länger am Baum hängen – und heruntergefallene Avocados können nicht mehr verkauft werden. Die Druckstellen werden schnell braun.

Einige Kleinbauern haben sich aber darauf spezialisiert, die Avocados möglichst lange am Baum hängen zu lassen bzw. den Baum nicht in einem Rutsch zu ernten. Die Avocados bleiben dann bis in den Spätsommer am Baum. Die Qualität ist absolut hervorragend, sie sind voll ausgereift und cremig – im Einkaufsmarkt so gar nicht zu bekommen! Trotzdem sind die Avocados beim Ernten fest – sogar auch dann noch, wenn sie voll ausgereift vom Baum fallen. Es dauert immer mehrere Tage, bis sie nach dem Pflücken weich werden. So hatten wir letztes Jahr nur ca. einen Monat eine Avocadopause. Die neue Ernte begann dann wieder Anfang Oktober.

Avocados sollten möglichst nicht so kalt gelagert werden, es sind schließlich tropische Früchte. Bei Kälteschäden bekommen Avocados leicht braune Stellen im Fruchtfleisch. Wir haben gute Erfahrungen mit einer Lagertemperatur von 10 bis 12 Grad gemacht.

Auf dem Markt werden wir ab und an auf den Wasserverbrauch von Avocados angesprochen. Für ein Kg Avocados benötigt der Avocadobaum ca. 1.000 Liter Wasser. Das ist sicherlich viel Wasser. Wir haben deshalb bei unserem Bauern vor Ort nachgefragt. Ca. 50% des benötigten Wassers stammt vom Regen, die anderen 50% kommen vom nahegelegenen Stausee. Im Vergleich hierzu wird für die Fleischproduktion das zehn- bis zwanzigfache an Wasser benötigt. Schließlich müssen die ganzen Futtermittel auch erst mal produziert werden.

Auf jeden Fall sind Avocados sehr gesund und dazu auch noch lecker. Mit ihrer cremigen Konsistenz sind sie hervorragend für viele Rohkostrezepte geeignet!

Regine Behrmann-Thiele